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Silicon Valley

Wir haben uns vorgenommen uns das Silicon Valley einmal genauer anzusehen. Dazu haben wir uns die für uns wichtigsten Punkte auf der Karte markiert: Wir wollen bei Apple vorbeischauen, Google sehen und bei Meta / Facebook in die Fenster gucken.

Unser erster Stopp ist das Apple Visitor Center neben dem neugebauten Apple Park, einem riesigen ringförmigen Firmengebäude eingebettet in einen eigens dafür geschaffenen Landschaftspark (der nicht öffentlich zugänglich ist).

In Mitten von Olivenbäumen steht das ganz aus Glas bestehende Visitor Center.

Im Visitor Center, welches im Normalfall auch ein Café, eine Aussichtsplattform und ein Modell der Anlage beherbergt, gibt es zur Zeit coronabedingt nur Apple Produkte zu kaufen. Neben iPhones, Macs und Kopfhörern gibt es auch eine Handvoll Gimmicks, die es nur in diesem speziellen Apple Store gibt. Unter anderem bunte Jutebeutel, T-Shirts und Babybodies. Mal sehen, wie sich Ella in ihrem tollen Apple-Onesie fühlt — Wir fangen mit dem Heranführen an Apple eben zeitig an (sorry, Schwager!). Zusätzlich legt sich Lisa noch ein neues Armband für ihre Uhr zu.

Nach einem kurzen Spaziergang um das Visitor Center und einem Blick auf das riesige runde Gebäude, in dem die meisten Mitarbeiter Apples ihren Jobs nachgehen, fahren wir weiter. Bei Google und bei Facebook fahren wir jedoch nur vorbei, dort gibt es keine tollen Besucherzentren und die Architektur ist eher zweckmäßig. Neben Facebook gibt es noch einen Starbucks, bei dem wir uns Kakao und Kaffee to-go gönnen und zurück gehts zum Campingplatz.

Auf dem KOA, den wir bereits zu Beginn unseres Roadtrip besuchten wollen wir noch die Wäsche waschen und das Reisegepäck soweit es geht einpacken. Damit sind wir auch den fast den ganzen Nachmittag beschäftigt. Die restliche Zeit spazieren wir mit Ella umher, sind auf dem Spielplatz oder genießen die Anlage, deren Vegetation im Vergleich zu den höhergelegenen Campingplätzen in einem satten grün steht. Am Abend verzehren wir noch die Reste unserer Vorräte und dann steht auch schon die letzte Nacht im Camper an.

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Benbow → Santa Cruz via Santa Rosa

Nachdem wir unseren Zeitplan durch das Auslassen eines Campingplatzes etwas gestrafft haben, sind wir heute bereits einen Tag eher als geplant in Richtung Santa Cruz aufgebrochen. Dort werden wir die beiden letzten Nächte unserer Wohnmobil-Rundreise verbringen.

Um nach Santa Cruz zu gelangen liegen etwa fünf Autostunden vor uns. Da wir später als gedacht den Camping Platz verlassen, wollen wir keine Zwischenstopps in State Parks entlang der Strecke einlegen, aber wir entscheiden uns in Santa Rosa Mittagspause zu machen.

Gleich am Beginn unserer Rückfahrt durchqueren wir erneut die engen Passagen, von denen Lisa bereits in den letzten Tagen berichtet hat.

Lisa hat sich im Internet belesen und wir haben ein kleines Restaurant gefunden, dass sich gut anhört: Das Americana bietet Burger, Sandwiches und Pancakes an und damit ist für jeden von uns dreien was dabei. Wir genießen unser Mittagessen mit hausgemachtem Eistee und hausgemachter Limonade, Ella bekommt con allem etwas ab, ihren Pancake verspeise ich als Nachtisch. Wir haben sie wohl auf den Geschmack von French Fries gebracht?

Noch während des Mittagessens legen wir fest, dass wir den direkten Weg nach Santa Cruz einschlagen, das heißt wir fahren nicht um die Bucht herum sondern wir fahren über die Golden Gate Bridge!

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Yosemite National Park

Als wir am Morgen aufwachen sind die Gräser hinter unserem Auto mit Raureif bedeckt, die Sonne lässt sie wunderbar glänzen. Nach dem wir auch für den heutigen Tag die Vorräte vorbereitet hatten fuhren wir los. Bis zu unserem Ziel, dem Yosemite Village, liegen unendlich viele Serpentinen, ein Tunnel und etliche Höhenmeter.

Gestern Abend hatten wir bereits bei der Info-Hotline angerufen: Alle (geöffneten Straßen) sind ohne Schneeketten passierbar. Aus diesem Grund entscheiden wir uns dazu über die Wawona Road direkt aus dem Süden in den Park zu fahren. Die Alternative wäre eine nicht über die Berge verlaufender Highway Richtung Mariposa und El Portal gewesen. Hintergrund der ausgewählten kurvigen Route ist auch, dass wir bei unserer Fahrt den Tunnel View direkt ansehen können, dazu aber später mehr.

Lisa und Ella fühlen sich bereits vor dem Start nicht so wohl, sodass sich Lisa auf die Rückbank zu Ella setzt und ich heute fahre. Die Straße ist gut ausgebaut aber sehr kurvenreich, sodass Lisa schnell vom Rücksitz auf den Beifahrersitz flieht, um halbwegs über die Runden zu kommen.

WELCOME TO YOSEMITE NATIONALPARK

Wir erreichen den Yosemite Nationalpark über den South Entrance, zeigen unseren Jahrespass vor und dürfen passieren. Wir haben noch reichlich eine Dreiviertel Stunde Fahrt übrig. Während wir uns durch den dichten Nadelwald schlängeln kommen immer mehr Lichtungen zum Vorschein. Große kahle Flächen, die den letzten Waldbränden zum Opfer gefallen sind. Ein großes Warnschild weist darauf hin, dass noch nicht alle Gefahren beseitigt sind und vorsichtig zu fahren ist.

Allein bei dem für diesen Anblick verantwortlichen Feuer im Jahr 2019 entstand ein Schaden auf über 45 Quadratkilometern.

Hier gibt’s eine Karte mit allen Naturkatastrophen der letzten Jahre.

Für mich ist es ein ergreifendes Gefühl durch den Yosemite zu fahren. Einer meiner größten Träume wird damit wahr.

Nach eine paar Frischluft-Pausen erreichen wir den etwa eine Meile langen Tunnel, hinter dem sich der Blick ins Yosemite Valley erstmals richtig öffnet. Gleich hinter dem Tunnel befindet sich ein Parkplatz, bei dem ich sofort aus dem Auto springe um Fotos zu machen. Wir sind da. Wir sind im Yosemite angekommen.

MIRROR LAKE TRAIL

Wir fahren noch die übrigen drei Meilen bis ins Tal hinein, aber nicht ohne noch mindestens zweimal für weitere Fotos am Straßenrand zu halten. Wir parken unser RV an der Straße und schauen in die Karte, die wir an der Parkzufahrt erhalten hatten. Frische Luft tut Lisa sicher gut; wir planen also eine kleine Wanderung bis zum Mirror Lake. Wir hüllen uns in Wintersachen und packen die letzten Kleinigkeiten in den Tagesrucksack. Auf unserer Wanderung passieren wir das Yosemite Village und sammeln unseren Nationalpark-Stempel ein. Das berühmte Ahwahnee Hotel lassen wir rechts liegen, etwa 1,8 Meilen liegen hier noch vor uns bis zum Ziel.

Der Half Dome ist 2.693m hoch und wurde 1875 von George G. Anderson das erste Mal bestiegen.

Über einen gut befestigten Weg, der teilweise mit Schnee und Eis bedeckt war, kommen wir dem Half Dome näher, unter dem der Mirror Lake liegt. Die Felswände um uns herum reichen mehrere hundert Meter in die Höhe. Wir setzen jeden Schritt vorsichtig und sind zu einem andächtigen Flüstern übergegangen.

Nach reichlich einer Stunde am See angekommen genießen wir kurz den Ausblick und machen uns direkt auf dem Rückweg. Ella hat dabei die ganze Zeit in der Trage geschlafen und wurde erst auf dem Weg zum Auto wieder wach. Am Ahwahnee Hotel haben wir uns dann in den Shuttle-Bus gesetzt und sind die zwei Stationen bis zu unserem Auto gefahren. Das war eine gute Abwechslung für die müden Beine und schweren Schultern vom Tragen.

ROADTRIP HEISST VIEL ZEIT IM AUTO VERBRINGEN

Bei einem kleinen Snack und einem kurzen Powernap stärken wir uns für die nun anstehende dreieinhalb stündige Fahrt nach Placerville, wo wir wieder auf einem KOA-Campingplatz übernachten werden.

Den größten Teil der Fahrt verschlafen Ella und Lisa. So gelingt es mir den Wohnwagen unbemerkt die Haarnadelkurven an der neuen Priest Grade am Highway 120 herunter zu manövrieren und mehrere kurze Fotohalte, unter anderem am Don Pedro Lake, einem Stausee mit einer Fläche von 5.240 Hektar und einem Volumen von über 12 Millionen Kubikmeter Wasser.

Kurz nach dem Sonnenuntergang — mit einer aufreibenden letzten halben Stunde auf Grund von starken Zahnschmerzen bei Ella — erreichen wir 18 Uhr den Campingplatz.

Ich hoffe die beiden kurieren sich heute Nacht gut aus und wir können morgen mit neuer Kraft weiterfahren. 🙂

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Kings Canyon Nationalpark

Unser heutiger Ausflug führt uns in den Kings Canyon Nationalpark, um Sequioa-Bäume zu sehen. Den Sequioa Nationalpark können wir auf Grund der Witterungsverhältnisse dort nicht besuchen.

PLEASE PRESS 1 FOR MORE INFORMATION

Nach dem Aufstehen und Frühstücken bereiten wir Sandwiches, Gurken und Tomaten für unsere Wander-Verpflegung vor und kochen Tee, da auf der Nationalpark-Webseite vor Schnee und Eis gewarnt wird. Auch Schneeketten sollen unbedingt im Auto vorhanden sein, heißt es auf der Webseite weiter.

Um situationsaktuelle Wetter- und Straßeninformationen zu erhalten gibt es eine Telefonnummer, bei der eine Ansage durchläuft. »Thank you for calling the Sequioa Kings Canyon Information Hotline, Press 1 for current conditions.« Über die von uns geplante Zufahrt gibt es keine Einschränkungen zu berichten und so setzen wir uns in Bewegung. Wir fahren vom Nachtlager auf den Highway, folgen diesem für nicht mehr als vier Meilen bis Lisa uns aus dem Central Valley eine gut ausgebaute Straße ins Gebirge fährt. Die Landschaft ändert sich hier sehr plötzlich: Eben noch sind wir an großen Orangenplantagen vorbeigefahren, eine weite Ebene wohin das Auge blickt und nun: Mittelgebirgsberge, mit scharfen Steinen durchzogene saftige Bergwiesen, kahle in den Winterschlaf verfallene Laubbäume. Die Straße windet sich innerhalb von 40 Meilen über 1.500 Höhenmeter an den Hängen hinauf zum Portal des Kings Canyon Nationalpark.

Wir verlassen die Ebene mit ihren Plantagen und fahren ins Gebirge.

JAHRESKARTE ZUM PREIS VON ZWEIEINHALB PARKS

Wir entscheiden uns am Checkpoint einen Annual Pass für 80 Dollar zu kaufen, mit dem wir ein Jahr lang alle Nationalparks ohne zusätzliche Gebühren bereisen können. Das lohnt sich schon ab dem dritten Park: Für die Einfahrt in die großen Parks mit dem Auto werden 35 Dollar fällig — und da wir noch weitere Besuche innerhalb der nächsten Woche geplant haben rentiert sich die Anschaffung bestimmt.

VON 15 GRAD ZU 2 GRAD IN 40 MINUTEN

Mit jedem erklommenen Höhenmeter ändert sich die Vegetation. Wir stellen fest, dass es sich hier ganz anders verhält als bei uns in Europa: Die große Ebene, das Tal ist fast baumlos, hier und dort mal eine Gruppe Eucalyptusbäume, Palmen, und viele Plantagen mit unterschiedlichen Gehölzen. Je höher wir kommen, desto vielseitiger wird die Landschaft. Wir erkennen auf der Fahrt Laubbäume und alte Obstbäume in den unteren Gebirgsregionen. Je höher wir kommen, desto mehr Büsche und Sträucher, Pinien und andere Nadelhölzer sehen wir.

Kurz vor dem Erreichen des Nationalparks stoßen wir erstmals auf Schnee am Straßenrand, erst wenig, dann etwa ein Meter hoch zusammengeschoben und mit Erreichen des Parks nochmal etwas höher. Schneeketten oder gar ein kleineres (zusätzlich) gemietetes Auto brauchten wir auf keinen Fall. Die Straße ist in einem super Zustand und die Temperaturen steigen in den kommenden Tagen sogar nochmal an — Niederschlag ist nicht in Sicht.

Auf dem Parkplatz des Visitor Center stellen wir unser RV ab und wir ziehen unsere Wintersachen und Wanderstiefel an, um auf die Suche nach dem General Grant Tree zu gehen, einem der größten Bäume der Welt.

BÄUME SO GROSS, DASS SIE NICHT AUFS BILD PASSEN

Auf Grund der Schneehöhe abseits der Straßen folgt unsere Wanderung der asphaltierten Straße und wir stapfen die Serpentinen hinab bis zu einem Parkplatz, an dem ein kleiner Rundweg mit Informationen zu den Mammutbäumen beginnt. Auf unserem Weg dahin halten wir mehrfach für Fotos an, aber es ist schwierig die Bäume in ihrer Gänze aufs Bild zu bekommen: Der Durchmesser dieser Baumriesen ist zwischen 6 und 12 Meter, sie wachsen über 70m und thronen somit über den Wipfeln der umliegenden Zedern und Pinien.

Angekommen, beschließen wir den kleinen Rundweg zu begehen, in dessen Verlauf wir auch den General Grant Tree sehen werden, den dritt größten Baum der Welt. Sein Alter wird auf über 1.700 Jahre geschätzt. Auf dem Rundweg gibt es auch die Möglichkeit durch einen ausgehöhlten Sequioa-Baumstamm zu gehen. Da kommen wir uns sehr klein und unbedeutend vor.

Nachdem wir den Rundweg abgeschlossen haben, spazierten wir wieder bergauf zum Wohnmobil, um dort eine Mittagspause einzulegen. Wir spazieren zum kleinen Shop für ein paar neue Postkarten, zwei kleinen Brotdosen für Ella und einem Sticker, vor dem Visitor Center stempeln wir unsere Reisepässe mit dem offiziellen Nationalpark-Stempel. Im gegenüber des geparkten Autos befindlichen Post Office kauften wir noch ein paar (diesmal richtige Briefmarken) und steckten endlich die bisher geschriebenen Karten in den Briefkasten.

Ergriffen von der schieren Größe der Bäume und dem Gedanken, was sie wohl schon alles erlebt haben, spazieren wir durch den General Grant Grove.

AUF HALBEM WEG IN DEN YOSEMITE

Bereits im Vorfeld haben wir uns die Streckenplanung der kommenden Tage angeguckt und einige Campingplätze reserviert, damit wir nicht wieder das gleiche Problem bekommen wie gestern.

Der nächste Stellplatz befindet sich in Oakhurst, auf halbem Weg in den Yosemite Nationalpark. Das bedeutet für uns, dass wir noch einmal etwa 2 Stunden auf der Straße verbringen. Wir kommen am späten Nachmittag an, checken schnell ein und nutzen das verbleibende Rest-Tageslicht für einen kleinen Spaziergang durch das Städtchen. Wir finden einen Supermarkt und machen noch einige kleine Besorgungen, bevor wir zurück zum Wohnmobil spazieren. Viel ist nicht mehr los abseits der Hauptstraße, wie wie auch an den vor uns grasenden Rehen sehen konnten.

Nach einem Glas selbst gemachter Bowle aus Wein und Mandarinenkompott und einer Portion Nudeln spielen Lisa und ich noch eine Runde Backgammon und fallen dann müde aber glücklich ins Bett.

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Mojave → Lake Isabella

Am Morgen wurden wir durch ein blinkendes gelbes Licht geweckt. Irritiert schauten wir aus dem Fenster des Wohnmobils, um festzustellen, dass dies die aufgehende Sonne war, die durch vorbeifahrende Trucks teilweise verdeckt wurde. Das Licht der Sonne konnte auf Grund der weiten Ebene fast horizontal in unser Fenster fallen — die Schatten der Trucks waren deshalb ebenfalls sehr lang.

Ich zog mir meine Sachen an und schnürte meine Schuhe, ein paar Fotos von der aufgehenden Sonne bzw. der Lichtstimmung wollte ich unbedingt einfangen.

BACK ON THE ROAD

Nach dem Frühstück packten wir unsere sieben Sachen und stöpselten den Camper ab. Unser Zwischenziel Kelso liegt in der Mitte des Mojave Reservats, etwa eineinhalb Autostunden von unserem Standort entfernt. Nach der halben Strecke bogen wir von der Interstate ab und setzten die Fahrt über eine gut ausgebaute Straße mitten durch die mit einigen Büschen und Yucca-Palmen bewachsene Wüste.

Wir passieren ein altes zerklüftetes Lavafeld, dass durch seine tiefschwarze Farbe aus der übrigen rotbraunen Landschaft heraussticht.

Kurz vor unserem Zwischenziel fahren wir einen langen Hang herunter und sehen in größerer Entfernung einen Zug, der ebenfalls in Richtung Kelso unterwegs ist.

Vulkankegel zeugen von einer bewegten Vergangenheit. Am linken Bildrand ist ein alter Lavafluss zu erkennen.

EIN DEPOT UND FÜNF GLEISE

Kelso, die Geisterstadt mitten in der Wüste umfasst eine Straßenkreuzung und ein historisches Bahnhofsgebäude, welches nun ein Besucherzentrum beinhaltet. Ursprünglich wurde der Bahnhof an dieser Stelle errichtet, um die mit Dampflokomotiven betriebenen Züge am steilen Anstieg in Richtung Cima mit Hilfslokomtiven zu unterstützen, seit dem Einsatz von Dieselloks wurde das Depot immer unbedeutender. Auf dem Höhepunkt der Stadt hatte diese über 2000 Einwohner.

Gerade, als wir mit unserer kleinen Pause fertig sind trifft der zuvor gesehene Zug in Kelso ein. Wir passieren vor dem Zug den Bahnübergang und setzen unsere Fahrt in südliche Richtung fort. In westlicher Richtung sehen wir die Kelso Dünen, eine über 120 Quadratkilometer große Dünenlandschaft, deren höchste Sanddüne über 200m hoch ist. Da die Zufahrt zu den Dünen eine unbefestigte Straße ist, können wir diese leider nicht besuchen. Der Anblick ist aber schon aus der Distanz atemberaubend.

Als wir aus der Senke, in der Kelso liegt, hinaus gefahren sind offenbaren sich auf der rechten Straßenseite Felsen, die denen im Joshua Tree Nationalpark ähneln. Bei einem kurzen Fotohalt stellen wir fest, das der Wind stark zunimmt, als es mir fast die Tür aus den Händen riss.

Die Dünen stechen aus der sonst bräunlichen Umgebung hinaus.

WINDBÖEN UND SANDSTÜRME

Wir erreichen das Ende des Reservats und fahren in westlicher Richtung auf die Interstate 40, deren Straßenverlauf wir bis Barstow folgen werden. Auf dem Highway, der in der fast schnurgerade durch die flache Ebene verläuft merken wir den starken Wind deutlich. Im Nachhinein habe ich gelesen, dass eine Sturmwarnung mit Windböen von über 55mph für weite Teile der Wüstenregion Kaliforniens galt. Die Fahrt wurde dementsprechend unruhig und für mich als Fahrer anstrengend. Der Wohnwagen mit seiner Höhe und seinem geringen Gewicht ist eine tolle Angriffsfläche für den Wind. Erst hinter Barstow flaut der Wind etwas ab und die Fahrt wird wieder angenehmer.

In der Entfernung sehen wir einige Sandstürme vorüberziehen.

Am Horizont der linken Straßenseite erkennen wir einen Hügel mit mehreren Strukturen, die zu einer Raketentestanlage der nahegelegenen Edwards Air Force Base gehören, auf der auch ein NASA Forschungszentrum untergebracht ist (hier ist das erste Mal ein Spaceshuttle gelandet).

Das Navi führt uns vom Highway in einem 90 Grad Winkel auf eine Straße Richtung California City, einer Stadt in der vor allem wieder viel Wind vorherrscht, mit 14.000 Einwohnern und einem eigenen kleinen Flugplatz. Tumble-Weed, sogenannte Steppenroller, werden durch den Wind über die Straße getrieben. Kurz hinter der Stadt ändert sich die zuvor mit Büschen bewachsene Wüste schlagartig in eine karge Sand- und Steinwüste und auf Grund des starken Windes finden wir uns in einem Sandsturm wieder. Mit Sichtweiten von weniger als 5 Metern und einer hohen Lautstärke auf Grund des Sandes an unserer Seitenwand macht das Fahren absolut keinen Spaß. Auch Ella ist vom Krach gar nicht angetan und Lisa hat Mühe sie beruhigen zu können. Am Ende des Sandsturms ist wieder blauer Himmel voraus, nur der Wind ist weiterhin stark.

Wir fahren auf Highway 14 auf und passieren den Red Rock Canyon, der sicherlich auch einen Besuch wert gewesen wäre, wenn wir nicht noch über eine Stunde Fahrt vor uns gehabt hätten, die wir gern so schnell wie möglich hinter uns bringen wollten.

Den Anblick der roten Felsbänder, die sich links und rechts des Highways aus dem Boden heben konnten wir leider nicht genießen.

ÜBER DEN PASS AUS DER WÜSTE HINAUS

Wir fahren über den 1.600m hohen Walker-Pass und verlassen damit offiziell das Wüstengebiet Kaliforniens. Ein Schild weist darauf hin, dass wir gerne wieder kommen können. Die Landschaft ändert sich schlagartig, die Yucca-Palmen umgeben uns mittlerweile fast waldartig. Auf der anderen Seite des Passes sehen wir grasbedeckte Hügel und steilabfallende Felswände der Sierra Nevada.

Nach weiteren 20 Minuten Fahrt erreichen wir gegen 15 Uhr endlich den Campingplatz und freuen uns darauf für den Rest des Nachmittages die Füße hochzulegen.